Die hier aufgeführten Zitate und Gedichte

sind urheberrechtlich geschützt.

Sie dürfen in allen Medien zitiert werden,

müssen aber Stephan Sarek als Urheber ausweisen!

 

 


 

Wahrheit ist niemals allgemein, sie ist immer persönlich.

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Wer Feuer sieht und es verschweigt,
hilft mit, den Brand zu legen.

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Erwischte ich mein Kind dabei,
wie es heimlich unter der Bettdecke liest,
würde ich ihm Batterien für die Taschenlampe kaufen.

"Se eu der um flagra no meu filho lendo escondido debaixo
das cobertas, compraria pilhas para a lanterna."

"Ha azon kapnám a gyerekem, hogy a takaró alatt egy könyvet olvas,
vennék elemet az elemlámpájába"

"Betrap ik mijn kind erop dat hij 's nachts stiekem onder de dekens leest,
zou ik hem batterijen voor de zaklamp geven."

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Wer sein Problem zu dem eines Unbeteiligten macht,
verwirkt sein Recht auf Beistand.

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Beim Nichts kommt es allein auf die Verpackung an.

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Politische Wahlen sind wie Russisches Roulette mit 6 Kugeln. 

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Die Zeit verweilt gern beim Trödelnden.
Dem Hastenden eilt sie davon

***

Wer glaubt, weiß es nicht.

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Demokratie ist, wenn eine Kuh sich aussuchen darf,
vom wem sie gemolken wird.

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Das Erlebnis währt nur einen Augenblick.

Die Erinnerung daran ein ganzes Leben lang.

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Nur die wahrhaft tiefen Begegnungen
können in der Erinnerung schmerzen, 
alle anderen sind uns gleichgültig geworden 
oder wir haben sie vergessen.

"Len opravdivo hlboké stretnutia dokážu v spomienke bolieť.
Všetky ostatné sa nám stali ľahostajnými alebo sme na ne zabudli."


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Krieg ist nicht die Fortführung
der Politik
mit anderen Mitteln, 
sondern die Folge von zu viel Testosteron
und zu wenig Verstand.


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Demokratie ist kein Kind der Politiker,
sondern der Demonstranten.


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In Kneipen kommt die Sonne aus dem Zapfhahn.

 

***

 

Wehrpflicht ist Vergewaltigung der Jugend ohne Sex.



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Zu den verlässlichsten Berufsgruppen
zählt zweifelsohne die der Politiker.
Von keiner anderen bin ich überzeugter,
dass sie sich meint, wenn sie uns sagt.

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Ein Kannibale ist kein Vegetarier
aber er isst Vegetarier.

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Ins neblige Gewand hüllt sich nun Feld und Flur

wie arm wär doch das Land, kennt es den Sommer nur


***

Das Banale zum Existenziellen zu erheben, 
ist die Königsdisziplin der Dummen.

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Alt zu werden in einer Welt voller Gefahren,
ist eine Kunst, in der manch junger Mensch

seinen Meister finden wird.

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Ehre tötet oft, Würde nie.

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Der Mann beherrscht die Welt.
Die Frau beherrscht den Mann.

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Der Weg ist das Ziel. Vor allem, wenn es kein Ziel gibt.

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Wissenschaft ist die Lehre von den Erkenntnissen, 
die sich früher oder später ins Gegenteil verkehren.
 
***

Über ein Kind freuen wir uns, wenn es kommt.
Über einen Politiker freuen wir uns, wenn er geht.

***

Was ist der Unterschied zwischen einer Krähe

und einem Politiker? Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

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Zivilicourage wird meist von denen gefordert,
die sich nur noch mit Bodyguards aus dem Hause trauen.

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Einen Politiker zu belügen ist der Versuch,
ihn mit den eigenen Waffen zu schlagen.


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Politiker sind komische Wesen.
Während sie Eigenlob aufsaugen 
wie ein Schwamm Wasser aufsaugt,
perlt Kritik an ihnen ab, 
wie Regen von einer Plastikpelerine.

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Nicht was ein Mensch kann - 
was ihm unmöglich ist,
macht sein Wesen aus.

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Versöhnung ist die Kunst,
den Zauber eines Neuanfangs
ein zweites Mal zu spüren.
 

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Es kann nichts schiefgehen.
Das einzige, was passieren kann, ist,
dass die Dinge einen anderen Verlauf nehmen als geplant.

«Les choses ne vont pas de travers.
 Tout au plus, elles prennent un autre chemin que prévu.»

                  "Nothing can go wrong. The only thing that could possibly happen is that things take different turns than expected."
 

***

Wenn bei Geld die Freundschaft aufhört, ist es keine.


***

Es gibt viele Parallelgesellschaften in diesem Land.
Eine davon arbeitet in Regierungsvierteln.

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Als sie die
political correctness
einführten,
mussten die Politiker eine andere Eigenschaft dafür aufgeben.
Sie entschieden sich für den gesunden Menschenverstand.

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Was mich mit der Welt versöhnt,
ist das Lächeln der Frauen.
Selbst wenn es mir nicht gilt.

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Es ist schwer, sich an den Frieden zu gewöhnen,
wenn man immer nur den Kriegen Denkmäler setzt.


***

Der Super-Gau in der Politik ist eingetreten,
wenn das Volk beginnt,
über sein Schicksal mitbestimmen zu wollen.


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Wäre die Bibel von einer Frau geschrieben worden,
hätten wir sicher noch mehr Tiersendungen im Fernsehen.
Insgesamt aber wäre die Menschheit wohl einen Schritt weiter.

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Männer benötigen im allgemeinen zwei Statussymbole -
Autos und Frauen. Mit dem einen nerven sie ihre Umwelt,
mit dem anderen versöhnen sie sich mit ihr.

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Wenn Haß und Liebe derart nah beieinander liegen,
dann hoffe ich, dass der Haß klüger ist - und nachgibt.

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Das wichtigste politische Instrument ist der Machtwechsel.
Nur so kann man die Schuld immer auf den Vorgänger schieben.

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Die Kunst, sich jünger aussehen zu lassen als man ist, besteht darin,
seinem tatsächlichen Alter ein paar Jahre hinzuzufügen.

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Die Fehler, die wir gemacht haben,
sind die Erfahrungen,
die wir machen mussten,
um die Fehler zu verhindern,

die wir noch machen könnten.

 

"A hibák, amiket elkövettünk, azok a tapasztalatok,

amiket meg kellett éljünk azért,

hogy elkerüljük azokat a hibákat,

amiket még elkövethettünk volna".



***

Große Koalition bedeutet,
dass eine Partei an der Macht ist,
die von 100% der Wähler nicht gewählt wurde.

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Gerechte Strafe kann es nur
von der Hand des Opfers geben.
Jede andere schlägt entweder zu weich oder zu hart.

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Ein Versprechen ist so nahrhaft
wie ein ungebackener Kuchen.

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Ehre bedarf keiner Gewalt.
Man hat sie oder man hat sie nicht.

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Menschen ohne Humor sind nicht unangenehm -
sie sind gefährlich.

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Ein schlechtes Gedächtnis ist meist die beste Vergangenheitsbewältigung.

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Es sind vor allem die Moralapostel unserer Tage,
denen die menschlichste aller Tugenden Angst macht -
die Versöhnung. Verlören sie doch ihren Job.

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Der militärische Ausdruck für Dummheit ist Tapferkeit.

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Die Kritik der Gläubigen an den Ungläubigen
richtet sich immer auch gegen den Glauben,
der doch offenbar nicht in der Lage ist,
zu überzeugen.

***

Das Geheimnis ewiger Jugend besteht darin,
schon in jungen Jahren möglichst alt auszusehen.

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Eine Fliege in einem Glas Sekt ist ein Insekt.

***

Zeitmaschinen, durch die man etwas über seine Zukunft
erfahren kann, gibt es schon. Sie heißen Rentner.

***

Der Mensch ist die einzige Spezies,
die die Zeit der Evolution genutzt hat,
um sich zurück zu entwickeln.

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Beizeiten quer zu handeln erspart die Revolution.

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Kaum ein Mann denkt beim Sex an seine Frau.
Es sei denn, er treibt es gerade mit einer anderen.

***

Alte Menschen sind wie Bücher.
Die Dummen stellen sie ins Regal,
die Schlauen lesen in ihnen.

"Los ancianos son como los libros:
los tontos los meten en estanterías
y los inteligentes leen en ellos."

***

Für ein Volk ist es völlig egal,
welcher Politiker Bundeskanzler ist
,
welcher in der Opposition sitzt,
gerade einen Skandal ausbadet
oder in China ein Kraftwerk einweiht.
Durchfüttern muss es sowieso alle.



***

Eine schöne Frau macht einen Mann schöner,
eine kluge Frau macht einen Mann klüger.
Eine schöne, kluge Frau macht ihn abhängig.

 "
Una bella donna rende un uomo più bello,
 una donna intelligente rende un uomo più intelligente,
 una donna bella e intelligente rende un uomo dipendente."

***

Eine schöne Frau, macht jeden Mann zum Liebhaber.
Eine kluge Frau macht jeden Mann zum Kritiker.
Eine schöne, kluge Frau macht jeden Mann unsicher.

***

Lesen ist Kunst.

***

Wie egoistisch müssen Eltern sein,
die nur deshalb ein Kind in die Welt setzen,
um einen Erben für ihr Vermögen zu haben?



***

Was von uns bleibt, sind die Erinnerungen,
die andere an uns haben.
Sehen wir also zu, dass es gute sind.

***

Das Mittel heiligt den Zweck, nicht umgekehrt.
Denn selbst unter dem Deckmantel der Nächstenliebe
ist der Zweck immer derselbe - es geht uns stets um uns.
Um unseren Vorteil, unsere Religion oder Weltanschauung. 
Und nur das Mittel auf dem Weg dorthin,
trennt uns in Gut und Böse.

***

Mancher redet sein ganzes Leben und sagt doch weniger
als das Totgeborene durch den Kummer seiner Eltern.

***

Ein Königreich für die Sekunde der Erinnerung
in den Gedanken eines verlorenen Freundes.

***

Die Triebfeder der Kunst ist nicht Glück,
sondern Leid. Leider.

***

Wenn Weihnachten das Fest der Liebe ist,
was ist dann der Rest des Jahres?

***

In der Politik hat es Produktpiraterie
schon immer gegeben.
Besonders Demokraten werden gern nachgemacht.

***

Wenn das Volk eine Bestimmung hat, dann die,
denjenigen Männern und Frauen
ein sorgenfreies Leben zu verschaffen,
von denen es regiert wird.

***

Auch ein Easy-Kredit muss zurückbezahlt werden.

***

Mit jedem Geburtstag entfernen wir uns von denen,
die uns nicht mehr gratulieren wollen
und nähern uns denen,
die es nicht mehr können.

***

Was nutzt ein fotografisches Gedächtnis,
wenn kein Film drin ist?

***

Irrt nicht die Masse in Potenz?

***

Kultivieren wir das gesprochene Wort, 
wie wir einen Garten kultivieren.
Denn im Wortgestrüpp verfängt sich allzu oft der Mantel der Freundschaft.

***

Der Jugend gehört die Zukunft,
den Alten die Vergangenheit,
dem Weisen der Augenblick.

"Le futur appartient aux jeunes,
le passé aux vieux,
et l'instant présent au sage."

"Fremtiden tilhører de unge,
fortiden de gamle,
og nåtiden de kloke."

"Framtiden tillhör de unga,
det förflutna de gamla,
och ögonblicket de visa."


"O futoro pertence aos jovens,
o passado aos velhos,
e o presente aos sábios"


***

In der Kunst ist der Mensch seinen Göttern am nächsten,
denn in ihrer unendlichen Güte beschenkt sie Verfolgte
wie Verfolger gleichermassen.

***

Ängste können einen nur erschrecken,
wehtun muß man sich schon selbst.

***

Ist nicht das Leben ein ständiger Plan B?

***

Politiker sind Leute mit großen Tellern,
die einen Kuchen verteilen,
der ihnen nicht gehört.

Politicians are poeple with big dinner plates,
the distribute cake,
cake you do not own
.

***

Mißtrauet allem Anschein, wo er sich nahtlos fügt.
Denn das, was allzu deutlich scheint,
erweist der Wahrheit sich als Feind,
die, ohne Zweifel, trügt.

***

Im Bemühen, die angeborene Lebenslust
ihrer Kinder abzutöten,
entwickeln viele Eltern eine erschreckende Effizienz.

***

Spätestens bei der Scheidung verwechseln viele Menschen
ihren Ehering mit einem Schlagring.



***

 

 

Der Gläubige 

 

Im Namen meiner Religion

beschneid ich meinen kleinen Sohn,

schneid Mädchen und Frauen die Schamlippen ab,

treib Tausende zur Flucht über´s Meer in das Grab.

Hab auf Kreuzzügen die Heiden zu Christen bekehrt

und was mein Wort nicht geschafft hat

das schaffte mein Schwert.

Ich teile die Gesellschaft in Kasten ein,

die einen sind schmutzig, die anderen rein.

Ich verbiete das Lachen, den Tanz und die Kunst

nur wer völlig keusch lebt, erhält meine Gunst.

Ich predige Frieden und lebe den Krieg

und töte die Ungläubigen dem Herrn zum Sieg.

Ich vergewaltige, köpfe, verbrenne und schlachte,

bespuck meine Feinde und verachte

Schwule, Lesben und alle Frauen,

die sich ein eigenes Leben aufbauen.

Ich bin Moslem, bin Jude, bin Hindu und Christ  

und tu alles, damit Gott zufrieden ist.

Ich bin edel und gut und kann nicht verstehen,

dass es Menschen gibt, die das anders sehen.

 

 

***



Die Lust auf Leben

steht dir ins Gesicht geschrieben
dein Lachen ist wie Sonnenschein
unmöglich wär´s, dich nicht zu lieben,
undenkbar, ohne dich zu sein.

Jedes Geschenk beschenkt auch mich,

du gibst von allem Glück,
das du aus meiner Hand erhältst,
ein Vielfaches zurück.

Belebst selbst unbeseelte Dinge
mit unverbrauchter Phantasie,
bewahrst, was mir verlorenginge,
wäre ich ein Meister, wärest du ein Genie.

Und blieb ich gern dein Weggefährte,

für alle Ewigkeit,
ist, was mein Schicksal mir gewährte,
doch nur ein Flügelschlag der Zeit.

Er kommt zu früh, der Augenblick
wie wir´s auch dreh´n und biegen,
ich gab dir Wurzeln, doch schon bald,

erlernst auch du das Fliegen.

Gleichwohl bleibt mir der größte Lohn,
mehr kann man nicht erstreben.
Ich bin ein Vater, du mein Sohn,
was für ein reiches Leben!



***




Die Rache der Kuh


Vom Stress des Alltages befreit,
flüchtet der Städter in die Urlaubszeit.
In Scharen zieht es ihn hinaus aufs Land,
wo der Bauer wie jeher mit schwieliger Hand,
für dich und mich und wenig Geld,
die Felder bestellt.

Doch greift er dann zu Mist und Gülle,
legt sich ein Schatten über die Idylle.
Roch es früher noch würzig nach Rinderkot,
so riecht es heute nur noch nach Tod.
Denn mit dem Salat, knackig und frisch,
sitzt auch der Sensenmann an unserem Tisch.

Die Verursacher derweil ficht das nicht,
zu oft waren sie selber schon Gericht,
als Steak und Hamburger geschändet,
haben sie jetzt das Blatt gewendet.
Und wiederkäuen weiter in seliger Ruh -
EHEC ist die Rache der Kuh. 
  


***


Der Krieg ist in Gefahr!


Die Wehrpflicht ist gefallen,
wie manch einer im Krieg,
doch gilt das nicht bei allen,
als Sieg.

Werden sich auch in Zukunft noch,
genug Leute bewerben,
um für den Dienst am Vaterland,
ehrenvoll zu sterben?

Und wie lernt so ein junger Mensch,
Mut und Tapferkeit,
wenn man ihn von Zucht und Drill,
für alle Zeit befreit?

Was soll aus dieser Welt nur werden,
wenn statt zu salutier ´n,
ein Schüler nach dem Schulabschluss,
gleich anfängt zu studier ´n?

Wer wird Deutschland am Hindukusch,
zukünftig noch bewachen,
wenn wir, statt kämpfend durch zu zieh´n,
dort einfach Urlaub machen?

Und was geschieht mit all den Waffen,
die keine Hand mehr hält?
Wer soll mit ihnen Segen schaffen,
als Held in aller Welt?

Ist nicht allein das Militär,
dem deutschen Vaterland,
für Frieden, Freiheit, Glück und Öl,
der einzige Garant?

Die Zukunft unser Bundeswehr,
noch niemals düst´rer war,
und jammernd klagt das Militär,
der Krieg ist in Gefahr!


***


Willkommen und Abschied

 



Der Mond von einem Wolkenhügel
sah kläglich aus dem Duft hervor,
die Winde schwangen leise Flügel,
umsausten schauerlich mein Ohr.
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Dich sah ich und die milde Freude
floß von dem süßen Blick auf mich.
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Atemzug für dich.
Ein rosafarbenes Frühlingswetter
umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich, ihr Götter!
Ich hofft es, ich verdient es nicht.

Doch ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz.
In deinen Küssen welche Wonne
In deinen Augen welcher Schmerz.
Ich ging, du standst und sahst zur Erden
und sahst mir nach mit nassem Blick.
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden
und lieben,
Götter welch ein Glück.

(Johann Wolfgang von Goethe)


Auch jetzt, da Wochen, Tage, Stunden
und Augenblick vorüber sind
ist nichts von Deinem Bild verschwunden
und sei ich auch für manches blind.
Kein Lachen, keine Traurigkeiten,
kein Reden zwischen Dir und mir,
und doch erscheint für alle Zeiten
Dein Bild als meinem Herz zur Zier!

Und aus der Ängste schwarze Wogen
folgen mir Geister in den Tag,
die stets verlockend an mir zogen,
sobald ich mich in Träume wag.
Doch noch trau ich mich nicht hinunter,
noch sperrt ein Band die letzte Tür.
Schwimmt auch mein Garten längst landunter,
und hegt kein Krieger Pflanz und Tier.

Geb, daß im verlor´nen Paradies
nicht jede Frucht am Baum verdirbt,
solang im geistigen Verlies,
ein Kobold leis um Hoffnung wirbt.
Es war ein kurzer Weg durchs Leben,
und manche Frage blieb zurück.
Doch Dich durch Dich tief zu erleben,
und lieben,
Götter welch ein Glück!

(Stephan Sarek)


***


Bis einer geht


Am Anfang steht ein Wort, ein Blick
dann fallen alle Schranken.
Und ehe man es noch begreift,
sind Du und Ich zum Wir gereift,
in Taten und Gedanken.       

Wenn´s gut läuft, läuft´s ein Leben lang,
ein Uhrwerk das sich dreht.
Tagein, tagaus,
von früh bis spät
solang -
bis einer geht.


***


Wirtschaftsrezession


Weil wir zu viel vom Strom verschwenden,
wird´s mit der Welt noch böse enden.
Doch mangelt es uns erst an Geld,
wird manche Leuchte abgestellt
die vorher sinnlos brannte.

So rettet uns, man ahnt es schon,
vielleicht die Wirtschaftsrezession,
in der wir lernen, Maß zu halten,
und einfach mal was abzuschalten,
so wie man´s früher kannte.


***


Zeitgemäßes

Wenn´s im November die Studenten, 
geschlossen auf den Campus zieht,              
und man sich fragt, warum man Enten, 
die sonst beim Gartenbauamt pennten, 
noch nach wie vor an Teichen sieht, 
dann nennt man das, man ahnt die Strophe, 
wahrscheinlich Klimakatastrophe.


***


Mein Weihnachtsgedicht


Weihnachten versinkt im Schnee,
nur nicht hier und das tut weh.
Denn wo sonst zu Glockenspielen
leise rieselnd Flocken fielen,
kann man heut mit Gottes Segen
allenfalls noch Regen fegen.

Kommt der Mensch mit seinem Schlitten
nicht mehr den Hang hinab geritten,
weil sich ohne Schneekanonen
Ski und Rodel kaum noch lohnen,
ist's auch dem Weihnachtsmann erschwert,
der ebenfalls auf Kufen fährt.

So hau ich dich, du braver Mann,
dies Jahr nicht nach Geschenken an.
Denn beim Versuch im Schnee zu landen,
würdest du glatt im Sande stranden.

Statt dessen will ich lieber Geld,
um dort, wo Schnee liegt hinzureisen,
was dir gewiss auch gut gefällt,
denn Geld lässt sich leicht überweisen!


***


Der Osterhase

Ein Hase sass an der Autobahn,
sah die Autos an sich vorüberfahr´n
und entdeckte am anderen Straßenrand
eine Häsin, die, sich räkelnd, dort stand.
Als er los wollte, sie zu besuchen,
da hörte er seinen Kumpel rufen:
Mensch Rudi, denkst du jetzt gar nicht mehr?
Du kannst doch nicht rüber bei diesem Verkehr.
Willst du, dass man dich überfährt?
Vergiss das Luder, das ist es nicht wert.

Aber Rudi, voller Frühlingsgefühl,
stürzte sich in das Blechgewühl. 
Und merkte gleich, die Sache wird heikel,
denn ein Sattelschlepper aus Wanne-Eickel,
dessen Ladung aus 2000 Hennen bestand,
(die unterwegs waren zu einem Gourmetrestaurant),
fuhr auf ihn zu in rasender Fahrt
und hätte ihn fast über den Haufen gekarrt.

Doch der Fahrer sah den Rammler noch rennen,
und dachte an ihn, und nicht an die Hennen,
und stieg voller Inbrunst in das Pedal -
kurz darauf rutschte der Laster zu Tal.
Das Federvieh, noch leicht benommen,
konnte aus dem Wrack entkommen.
Es flüchtete in einen Wald,
deshalb blieb dieses Jahr der Wienerwald kalt.

So ist die Moral, dass im Straßenverkehr,
an Autos zu denken eigentlich besser wär.
Nur manchmal wird einem das Leben geschenkt,
weil ein anderer an seine Lende denkt.


***


Der Spiegel 

 

 

Ich sah in den Spiegel ohne mich zu sehen,
und wusste sofort, jetzt ist es gescheh´n.
Und betrauerte mich, der ich so spurlos verschwand,
bis ich merkte, dass ich vor einem Fenster stand.

Dann stand ich vor dem Fenster und erkannte nur mich,
zumindest ein Bild, dass dem meinen glich.
Und als ich erschreckt hinter mich sah,
bemerkte ich, dass die Welt verschwunden war. 

Geblieben nur ein weißes Grau,
uneben, rissig und irgendwie rau.
Da fiel ich zu Boden, hob die Arme und flehte
bis ich merkte; hey, du kniest ja vor deiner Raufasertapete.

Jetzt hab ich verspiegelte Fenster bestellt
Und wohin ich nun seh,
seh ich mich – und die Welt. 

 

*** 


Spuren im Sand

Fern der Heimat geht mein Schritt über´s Land
wo ich dereinst eine Liebe fand.
Doch was ist geblieben, von all meinem Lieben -
nur Spuren im Sand.


***


 

Das Flüstern im Wald


Das Flüstern im Wald unter dem Tannengeäst,
wo das Dunkel der Nacht uns erschaudern läßt,
wo in tiefster Stille kein Laut mehr verhallt,
als der Hauch unseres Atems
und das Flüstern im Wald.

Längst können wir den Weg nicht mehr sehen,
woher wir kamen, wohin wir gehen.
Im Dunkel der Nacht, wo das Auge versagt,
wo Unvertrautes uns Schrecken einjagt,
da schlägt uns das Herz, da schnürt uns die Brust,
und wir werden uns unserer Ängste bewußt.
Und fürchten das Rascheln der Tannen, die kalt,
und bedrohlich raunen
und flüstern im Wald.

Die Kraft, die wir waren,
der Mut, den wir hatten,
verschwunden - und selbst unser Schatten
verschwand, und schon bald,
da zeichnet uns das Flüstern im Wald,
in das Dunkel der Nacht
manch düst´re Gestalt.

Und wir kauern nieder,
verwundbar und blind,
wund und verwundert
und sind,
den Ängsten wehrlos überlassen,
die mit gierigen Fingern nach uns fassen,
uns in schreckliche Tiefen hinabzuziehn,
was gäben wir drum, diese Ängsten zu fliehn.

Doch wir hocken im Dunkel
unter dem Tannengeäst,
wo das Flüstern im Wald
uns erschaudern läßt.
Wie gern würden wir jetzt mit den Sorglosen tauschen
und können doch nichts tun,
bis auf eins vielleicht -
lauschen!


*** 

Novemberwind
(für Inéz)


Novemberwind trägt von den Ästen
das Laub der Bäume mit sich fort,
und sucht am Horizont im Westen,
des Tageslichtes letzten Hort.

Es geht der Sommer mit dem Tag
und hüllt das Feld ins Nebelkleid,
wo ich im Sommerroggen lag
und träumte von Vergangenheit.

Doch über mir flohn längst die Gänse
und Schwäne kreischend aus dem Land.
Der Sommerroggen fiel der Sense,
nur Stoppeln blieben noch im Sand.

So steh ich auf, knöpf mir die Jacke,
und schlag die Erde aus dem Saum.
Und in das Bündel das ich packe,
verstau ich meinen Sommertraum.

Dann gebe ich mit klammen Fingern
meine Gedanken aus der Hand.
Sie steigen auf an Drachenschnüren,
die reibend jene Wärme schüren,
die ich durch dich im Traume fand.



***



 

Weiße Schwäne
(für Katrin)


Weiße Schwäne auf den Feldern,
deren Flug die Welt umspannt.
Zwischen Ankunft, Sein und Gehen,
gelingt uns kaum sie zu verstehen,
was sie treibt, ist unbekannt.

Welches Wesen schlägt da Flügel
meterweit in weißer Pracht?
Das sich hebt auf festen Schwingen,
Menschen würde nie gelingen,
was dem Schwane zugedacht.

Welche Freude sie uns machen,
wenn kein Zwang ihr Leben lenkt,
wenn wir sie nicht an uns binden,
und sie ihre Freiheit finden,
haben wir uns selbst beschenkt.

Und wie beim Schwan erscheint mir manchmal,
daß auch der Mensch ein Rätsel bleibt.
Weil niemand seine Freiheit kennt,
sein Binden nicht und was ihn trennt
und unbekannt ist, was ihn treibt.

So ist der Zug des Schwanes
gleich des Menschen Lebensweg.
Mal tief bewußt, mal unbedacht,
auf Straßen voller Glitzerpracht
und mal auf dunklem Steg.

Dem Schwane wünsch ich guten Flug
und stets ein reiches Feld.
Und dir wünsch ich nicht Gold noch Macht,
nur Mut und stete Engelswacht
und alles beste dieser Welt.


***


 

Danke


Vielen Dank
für deine Zärtlichkeit
der letzten Nacht.
Vielen Dank
für die sanften Küsse auf der Haut.
Dafür,
daß du mein Gesicht gestreichelt hast
und für den kribbelnden Hauch
deines Atems
in meinem Nacken.
Danke dafür,
daß du dich leise aus dem Bett schmiegtest
um mich nicht zu wecken.
Danke,
daß ich es dennoch bemerkte.
Danke für deine Wärme und Nähe,
die ich genoß,
bis mein Erwachen mich
in die kalte Realität zurückholte.

Danke für den schönen Traum
der letzten Nacht.


***


 

Du
(für Manuela)


Manchmal fühle ich dich hinter mir stehen,
doch wenn ich mich dann umdrehe,
bist du nicht da.

Manchmal denke ich, ich wäre ganz allein,
doch dann fühle ich,
du stehst hinter mir.

Wo auch immer du bist:
Stets habe ich Angst,
dich zu verlieren.

Wie gern würde ich diese Angst
eintauschen
gegen dich.


***


 

Morgennebel

 

Die Morgennebel sind verflogen
von der Sonne aufgesogen
und auf den Blättern reif und rau
trocknet der Tau 

 

***


Wahre Liebe


Wahre Liebe
hat keine Halbwertzeit
und ist gleich Fluch wie Segen.
Das alte Glück bewahrt sie gut,
dem neuen stellt sie sich entgegen
.



***


 

Leise gingst du deiner Wege
(für Klara)

Leise gingst du deiner Wege,
um den Mund ein stummer Schrei.
In deinen letzten Herzensschlägen,
warst du gefangen und doch frei.

Was du noch sahst blieb uns verborgen,
was du noch fühltest und gedacht
hast, über Gestern, Heute, Morgen,
am Abend deiner letzten Nacht.

Gibt es ein Licht, zieht gar das Leben,
als schneller Film an uns vorbei?
Oder wird sich unser Geist erheben,
und körperlos gen Himmel streben,
hoffend, daß dort jemand sei?

Was gäben wir, dies zu erfahren,
wir kennen uns doch mit allem aus.
Als deiner Äste Früchte tragen,
wir Antworten auf tausend Fragen
und sind dir dennoch nicht voraus.

So gingst du leise deiner Wege,
doch in deinem Weiterzieh´n
verstummt der Lärm der Welt als lege,
sich deine Stille über ihn.


***






Ich bin 
                                       
Ich bin klein, bin rein, bin schlau.
Bin noch nicht Mann und noch nicht Frau.
Erlerne das Lachen noch vor dem Sprechen,
will nicht besiegen, will nicht rächen.
Allein in meinem ganzen Streben
will ich leben
will ich leben.
Ich bin, wie alle Kinder sind
und doch weit mehr als nur ein Kind.
Ich bin der Raum, ich bin die Zeit,
ich bin die Einzigartigkeit.
Denn wie ich bin, so bin nur ich,
ein zweites Mal gibt es mich nicht.


***



   
  Mein Schatten
  
 
Neulich hab ich mir gedacht, 
  was macht mein Schatten wohl in der Nacht?
  Ich fand es heraus, er verlässt nachts das Haus
  und geht mit anderen Schatten aus.
  Sie ziehen sich weiße Sachen an,
  durchtanzen die Nacht, bis irgendwann,
  die Sonne aufgeht und er - niemals zu spät -
  als schwarzer Mann wieder hinter mir steht.


***




Die Drohne


Seit einer Woche verfolgt mich ´ne Drohne
überallhin, sogar dort wo ich wohne,
hat sie mich bereits völlig ungeniert
ausspioniert.

Sie versucht mich ständig zu fotografieren,
belauscht was ich spreche beim Telefonieren,
ganz bestimmt zapft sie auch irgendwann
meine Gedanken an.

Deshalb kauf ich mir heut eine Luftpistole,
mit der ich das Ding vom Himmel hole.
Denn sie irrt, wenn sie denkt, dass ich sie verschone,
die Drohne.


***


Der Sandsack


Da liegt er nun, der nasse Sack
und trotzt den Wassermassen,
er liegt sich auf den anderen platt, 
und bleibt doch voll gelassen.

Figürlich ist er eher plump,
das kann man schon so sagen,
denn von der Sohle bis zum Rumpf,
besteht er nur aus Magen.

Und den befüllt man noch mit Sand,
doch selbst dieser stört ihn nicht.
Im Grunde ist der Sand für ihn,
sogar ein Leibgericht.

Sein Outfit trifft nicht unbedingt,
jedermanns Geschmack,
statt Hemd, Krawatte und Kostüm,
da trägt der Sack nur Sack.

Doch trotz all dieser Makel ist,
der Sack ein wahrer Held,
der sich mit seinen Artgenossen,
schlagkräftig und unverdrossen,
der Flut entgegenstellt.

So lehrt uns dieser kleine Sack,
dem Aussehen zu misstrauen,
denn nur allein mit schönem Schein,
lässt sich kein Deich erbauen

 

***


 

 Was gesagt werden muss

 



Sie kommen bei Nacht
mit tödlicher Fracht
wer vor ihnen warnt
wird mundtot gemacht

Aus Steuergeldern finanziert
wird ihnen völlig ungeniert
der Mantel des Friedens umgehängt
bevor man sie verkauft - oder verschenkt

Gesegnet von korrupter Priesterhand
tragen sie Schrecken in fremdes Land
unterscheiden nicht zwischen böse und gut
ersticken das Leben mit höllischer Glut

Und während man anderswo verreckt
feiert man in Deutschland bei Schnittchen und Sekt
Denn der Umsatz war so gut wie nie
mit Massenmord
Made in Germany 

 

***

 

 

 

Vom Dolch getroffen sinke ich nieder

der Vorhang fällt, das Spiel ist aus

doch morgen gebe ich schon wieder

das selbe Stück vor vollem Haus

 Denn gleich ob Held, ob Harlekin

   die Show muss weitergeh´n

       das Leben ist des Lebens Sinn

        man muss es nicht versteh´n

 

 

 

***

 

Ein Verbrechen

 

Ein Verbrechen, ein Verbrechen,
ein Verbrechen ist verkehrt.
Und so wird mit allen Mitteln,
das Verbrechen aufgeklärt.
 

 

Dem Verbrecher, dem Verbrecher,
wird dann eine Straf verpasst.
Manchmal kriegt er nur Bewährung,
manchmal landet er im Knast.

 

Ein Verbrechen, ein Verbrechen,
ist es auch wenn man belauscht.
Was der eine Mensch mit ander´n
leis am Telefon austauscht.

 

Der Verbrecher, der Verbrecher,
der ward dieses Mal entlarvt.
Doch er ist ein Freund von Deutschland
und wird deshalb nicht bestraft.

 

Und so folgt aus der Geschicht´ -
der Justitia trau ich nicht.
Die einen versucht man einzulochen,
den ander´n wird in den Arsch gekrochen.

 

 

***

Der Mensch schätzt selten was er hat

er ist ein armer Tor

viel besser findet er all das

was er zuvor verlor

***

 

 

Geliebtes Kind

 

Der Trotz, der Rotz, die Wutanfälle,

der Lebenslust unstillbare Quelle.

Das Knallen der Türen, das Toben und Schrei`n

das Vermögen, so grundlos fröhlich zu sein.

Die Kunst, im Chaos eine Ordnung zu sehen

und nasepopelnd über allem zu stehen.

Und Schneisen der Verwüstung als Weg zu begreifen,

einem Schmetterling gleich durch Traumwelten streifen -

all dieses kindliche Gebaren

wirst du verlieren in einigen Jahren

und werden, wie wir Erwachsene sind,

doch ich bitt´ dich um eins -

lass dir Zeit damit

geliebtes Kind

 

 

***

 

Komm doch, Nacht

 

Komm doch, Nacht, du dunkles Schweigen,

leg dich zu mir, hüll mich ein,

lass deine Nachtgeister aufsteigen,

lehr mich die Angst, allein zu sein.

 

Komm doch, Nacht, denn schon am Morgen,

weicht deine Macht dem Tageslicht.

Bist du auch Quell all meiner Sorgen,

töten aber kannst du nicht.

 

 

 

***

 

Der Tod

 

Der Tod kommt nie zur rechten Zeit,

er kommt stets ungelegen,

und nimmt uns, wenn es ihm gefällt,

nicht wenn´s uns passt, das Leben.

 

Ihn zu bestechen sinnlos ist,

er interessiert sich nicht für Geld,

auch nicht dafür, dass mancher sich,

für unentbehrlich hält.

 

Denn ganz egal ob arm ob reich,

ob grob oder charmant,

für ihn sind alle Menschen gleich,

in Asche oder Sand.

 

Kein Richter mag ihn aufzuhalten

selbst Königen beugt er sich nie

nicht einmal die Naturgewalten

zwingen ihn auf seine Knie.

 

Den Kampf, den werden wir verlieren

wir folgen ihm, kommt uns´re Zeit

doch wollen wir ihm imponieren,

dann gehen wir mit Gelassenheit

 

 

 

***

 

 

 

Besinnlichkeit

 

 

Wieder mal ist es soweit,

Besinnlichkeit,

Besinnlichkeit.

 

Kaufst du Schrauben oder Möhren

wirst du Weihnachtslieder hören.

Selbst im Großbordell da schwören,

dich von tausend Kinderchören,

helle Stimmen darauf ein,

munter und vergnügt zu sein,

beginnt doch jetzt die frohe Zeit,

Besinnlichkeit,

Besinnlichkeit.

 

Zuvor jedoch gilt zu bedenken,

was einander wir uns schenken,

denn Apfel, Zimt und Mandelkern

hat heutztag kein Kind mehr gern.

Willst du strahlende Gesichter

im Schein der Weihnachtsflackerlichter,

musst du Größeres beschaffen,

zum Beispiel Smartphone oder Waffen,

auf das ein jeder sich erfreut,

Besinnlichkeit,

Besinnlichkeit.

 

Am Weihnachtstag dann nach der Pute,

kommt der Weihnachtsmann, der Gute,

verteilt der lieben Kinder wegen

seinen weihnachtlichen Segen.

Natürlich macht er das für Geld,

weil Geld die Welt zusammenhält,

besonders jetzt zur Weihnachtszeit,

Besinnlichkeit,

Besinnlichkeit.

 

Das Fest ist aus, es ist geschafft,

und manch einer sitzt abgeschlafft,

von Glühwein, Schnaps und fettem Essen,

vom Stress, auch keinen zu vergessen,

und will nach all den guten Gaben,

nur noch seine Ruhe haben.

Doch Ostern naht schon,

sei bereit,

Besinnlichkeit,

Besinnlichkeit.

 

 

***

 

 

Noch da, Sankt Niklaus?

 

Der Weihnachtsmann fliegt über den Grunewaldsee,

in Gesicht und Bart stiebt ihm Regen statt Schnee.

Um sechs hat man ihn ins Haus bestellt, wie überall auf dieser Welt.

Drum bleibt nicht viel Zeit, das ist nun mal so,

nur noch eine Stunde bis Ultimo.

 

Die Kunden selber sind abgehetzt,

sie haben sich in den Kopf gesetzt,

das alles ganz schön ist, friedlich und leis,

Besinnlichkeit um jeden Preis.

Jetzt werd endlich munter, jetzt werd endlich froh,

noch ne Dreiviertelstunde bis Ultimo

 

Doch ist der Weihnachtsbaum längst nicht geschmückt,

vom Ständer fehlt ein wichtiges Stück,

die Lichterkette löst einen Kurzschluss aus,

der Hund muss schon wieder zum Pinkeln raus.

Und unerbittlich tönt die mahnende Kunde,

bis Ultimo noch ´ne halbe Stunde.

 

Aufgeregt nörgel´n der Kinder drei,

da klingt´s aus der Küche her wie ein Schrei,

»Feuer« war es, was da klang,

und Qualm aus dem Herd mit der Pute drang.

Die bleibt außen ganz schwarz und innen ganz roh,

noch ne Viertelstunde bis Ultimo.

 

Als der Weihnachtsmann dann wie bestellt,

seinen Schlitten vor dem Haus anhält,

ist die Stimmung eher angespannt,

der Baum ohne Licht, die Pute verbrannt.

Drum lieber Weihnachtsmann, schnell her mit den Gaben,

damit wir das endlich hinter uns haben.

 

Noch da, Sankt Niklaus?

 

 

 ***

 

 

Weihnachtsgedicht eines 14jährigen     

 

Ich dank dir lieber Weihnachtsmann

für all die guten Gaben

für Süßkram, X-Box und die tollen,

megacoolen Skatebordrollen,

genau die wollt´ich haben. 

 

Hab Dank auch für den Wandkalender

mit der Selena Gomez,

und den Coupon von Burger King,

schätz ich ganz sicher nicht gering,

ich ess da gerne Pommes. 

 

Toll find ich auch, dass du mich heut,

daran erinnert hast,

welcher meiner Wesenszüge

meinen Eltern zur Genüge,

schon lang an mir nicht passt. 

 

Doch eigentlich, weißt du,

ist all das so banal.

Statt Technikmüll und Kindertorte,

statt Modemist und weiser Worte,

hätt´ich `ne andere Wahl. 

 

Du hast doch eine Rute bei,

gedacht für böse Kinder.

Die tut, wenn ich das richtig seh,

genauso den Erwachsenen weh

und schmerzt ihnen nicht minder. 

 

Dann prügel doch mal mittenmang,

von mir aus auch zu Glockenklang,

all jenen, die die Welt entzünden

und skrupellos die Menschheit schinden.

  

Den Kriegsgewinnlern, Diktatoren,

hau deine Rute um die Ohren,

und schlag dem dumpfen Nazipack,

mal richtig auf den braunen Sack.

  

Und die da meinen fromm zu sein,

und sind doch unter´m Heiligenschein

nur hasserfüllte Mörderschranzen,

auf denn lass den Besen tanzen.

Ohne Ansicht der Person,

Hautfarbe oder Religion.

 

Und wenn dann später leis und sacht,

nur Wimmern noch die Runde macht,

wenn tausend Glühwürmchen aufsteigen

und sich am Winterhimmel zeigen,

dann ist in dieser stillen Nacht,

der Weihnachtsgeist endlich erwacht.

  

Und sorgt dafür, dass in der Welt,

kein Mensch sich über andere stellt.

Damit für eine kurze Frist,

endlich einmal Friede ist.

 

 ***

 

Als wir auf die Welt kamen,

warteten sie bereits auf uns.

Sie schlossen sich uns an,

ließen uns nicht mehr allein,

wurden unsere treuesten Begleiter.

 

Kein Lebensabschnitt,

in dem sie nicht allgegenwärtig waren.

Und jedem Versuch, ihnen zu entkommen,

widersetzten sie sich erfolgreich.

 

Sie umgaben uns wie eine unsichtbare Haut,

Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr.

Und erst,

als wir die Welt wieder verließen,

verschwanden auch sie,

als hätte es sie nie gegeben.

Unsere Ängste.

 

 

 ***

 

 

Der Brief

 

 

Heut schick ich einen Brief zu dir

der nur für dich gedacht,

auf ganz normalem Schreibpapier

mit Tinte handgemacht.

 

Kein Textprogramm liest Korrektur,

das Schriftbild ist mir latte,

er hinterlässt auch keine Spur,

auf der Computerplatte.

 

Den Brief, den bringt dir dann die Post,

so wie vor hundert Jahren,

drum wird die doofe NSA

auch nie von ihm erfahren.

 

***

 

 

Ragnar

gest.: 16. Mai 2015

 

 

Jetzt bist du fort, die Zeit ist um,
dein Zug ging auf die Reise
und deine Freunde bleiben stumm,
zurück am leeren Gleise.

Ein jeder trägt in den Gedanken
ein Stück von dem, der du einst warst,
während du dich in der Ferne,
deinem Schöpfer offenbarst.

Ein kleiner Trost mag für dich sein,
dass man den nicht vergisst,
den zu erinnern sich auch lohnt
weil er es wert gewesen ist.

 

 

 

***

 

 

Das Kinderzimmer

 

Es setzt der Mensch die Welt in Brand,

für seine Religion

für Ehre, Stolz und Vaterland

 und Elend ist sein Lohn

 

Das Mittelalter geht nicht fort,

 die Zukunft bleibt ein Schimmer,

doch gibt es einen weisen Ort,

und zwar - das Kinderzimmer 

 

Dort spielen Phantasiegestalten,

das selbe Spiel des Lebens

doch Hass und Hoffnungslosigkeit

sucht man dort vergebens

 

Es wächst die Dummheit Jahr um Jahr,

unter dem Heiligenschein

Und schlau wie man als Kind einst war,

wird man nie wieder sein.

 

 

***

 

 

Der Liebende

 

   

Wen schicksalhaft zusammenführt,

den trennt die Zeit einst ungerührt,

sie schert sich nicht um Trauer.

Denn in der Lebenswelten Fluss

gebiert der Anfang auch den Schluss,

kein Ding war je von Dauer.

 

Es ist die Liebe stets bedroht,

 sie findet immer ihren Tod,

das ist unser Geschick.

Gleichwohl wird, wenn man es bedenkt,

der Liebende sehr reich beschenkt -

ihm bleibt der Augenblick.

 

 

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Gisela 

* 24.03.32  - † 20.03.16 

 

Adjö, meine Kleine,
adjö nun zur Nacht,
der Himmel hat dein Bett gemacht.
Er hat dich alt werden lassen auf Erden
und mehr als du warst, kann man kaum werden.

Vom Krieg um die eigene Kindheit betrogen
hast du dennoch vier Kinder großgezogen.
Hast zwei von ihnen zu Grabe getragen
und weitergelebt statt zu verzagen.
Du sahst selbst im tiefsten Dunkel noch Licht -
wie leicht mancher heut doch an weniger zerbricht.

Dein Leben wog schwer,
war Mühe und Leid,
doch von alledem wurdest du heute befreit.
Nun adjö, meine Kleine,
adjö nun zur Nacht,
unsere Gedanken halten jetzt über dich Wacht.

 

***

 

 

Der Himmel malt mit Sturmeshand gern Monsterwolken an die Wand.

Um sie danach so aufzureiben, dass nur noch Schäfchenwolken bleiben.

Ein fulminantes Weltgeschehen, dramatisch ist es anzusehen.

Und doch besteht der Himmelskampf aus Winden nur - und Wasserdampf.

 

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Armer Clown

 

In deiner Maske gefangen

ist dir das Lachen vergangen

seitdem manche Zeitgenossen

in derben Horrorpossen

dein Renommee versau´n 

 Mit Masken da vermummen

sich leider auch die Dummen

und haben damit - so ist die Zeit -

ein stückweit mehr Aufmerksamkeit

als du, mein armer Clown


 

 

                     Berlin
Stephan Sarek, Berlin