Nach Adolf Hitler (1937) und Mario Barth (2008) kam 2011 der Papst ins Olympiastadion. Wie seine Vorgänger, so zog auch er vor 70000 Komparsen ein Show der Superlative ab. Dass es sich bei Benedict nur um den Stellvertreter Gottes handelt, und nicht um Gott selber, hat im Kanzleramt für Irritationen gesorgt. Weshalb die Kanzlerin ursprünglich ebenfalls nur ihren Stellvertreter zu dieser Pflichtveranstaltung entsenden wollte. Was allerdings wiederum bei Benedict für Irritationen gesorgt hätte, dessen Meinung über Homosexuelle hinlänglich bekannt ist, und die er, ebenfalls wie seine Vorredner, immer wieder gern in einer Zote zum Ausdruck bringt.
22.09.2011
Die 6 Stationen eines erfolgreichen Politikerlebens:
1. Mit übertriebenen Versprechungen eine Wahl gewinnen
2. Nach der Wahl erklären, dass die Umsetzung der Versprechungen doch nicht möglich ist, da die Vorgängerregierung so schlecht war
3. Während der Legislaturperiode mindestens zweimal die Diäten anheben
4. Wegen chronischer Erfolgslosigkeit die nächste Wahl verlieren und die Niederlage auf den Wähler schieben, der offenbar nicht begriffen hat, was gut für ihn ist
5. Nach der Niederlage sein Amt zur Verfügung stellen, sich als herausragenden Staatsmann feiern lassen und mit einer fetten Apanage aufs Altenteil zurückziehen
6. Eine Rose auf den eigenen Namen taufen und von einem Ghostwriter die Memoiren schreiben lassen. Titel: Unermüdlich für mein Volk
22.09.2011
Warum es sich nicht lohnt, wählen zu gehen:
- Weil die Partei, die Sie gewählt haben, um zu verhindern, dass eine bestimmte Partei an die Macht kommt, garantiert mit dieser Partei eine Koalition eingehen wird.
- Weil es keine Rolle spielt, wer an der Macht ist, in der Opposition sitzt oder in China ein Klärwerk einweiht - durchfüttern müssen Sie jeden Abgeordneten sowieso
- Weil Sie denselben Politikern, die vor der Wahl noch Interesse an Ihren Problemen heucheln, nach der Wahl völlig am Arsch vorbeigehen
- Weil Politik nicht im Abgeordnetenhaus stattfindet, sondern bei Krauss-Maffei, Bayer-Leverkusen und der Deutschen Bank
- Weil der von Ihnen gewählte Politiker jetzt denkt, Sie seien doof, weil Sie seinen Wahlversprechungen geglaubt haben
30.07.2011
Hätte der Täter von Oslo in Deutschland zugeschlagen, wären folgende Dinge anders:
- Wäre er bei seiner Festnahme verletzt worden, wären unzählige selbsternannte Menschenrechtler vorgeprescht und hätten Polizeiwillkür vermutet - Da er seine Tat gestanden hat und auch keine Fluchtgefahr besteht, wäre er bis zur Hauptverhandlung auf freien Fuß gekommen - Um seine Persönlichkeitsrechte nicht zu verletzen, dürften die Medien sein Gesicht nur verpixelt zeigen - Sämtliche Staranwälte Deutschlands würden sich darum reißen, ihn vor Gericht kostenlos zu verteidigen - Da er 16 Jahre vor seiner Tat noch minderjährig war, kommt er vor das Jugendgericht. Dort wird festgestellt werden, welch schlimme Kindheit er hatte - Aufgrund der Schwere seiner Tat ginge man von verminderter Schuldfähigkeit aus, weshalb die Strafe in eine Therapie umgewandelt wird - Der Verkauf der Filmrechte an Hollywood macht ihn zum Millionär - Nach zwei Jahren Therapie attestiert ein Psychologe, dass keine Gefahr mehr von ihm ausgeht, weshalb er mit der Auflage, sich einmal die Woche auf dem Polizeirevier zu melden, freigelassen wird - Weil er zwei Tage nach seiner Freilassung erneut 100 Menschen umbringt, erhält er diesmal eine empfindliche Bewährungsstrafe. Außerdem wird Personenschutz angeordnet, da man Lynchjustiz befürchtet - Seine Memoiren bringen ihm die zweite Million ein - im Alter von 85 stirbt er friedlich in einem Pflegeheim am Bodensee - 20 Jahre nach seinem Tod erhalten die ersten Angehörigen der Opfer nach jahrzehntelangem Rechtsstreit eine symbolische Entschädigung
17.07.2011
Liebe Kinder,
in der Sommerschule wollen wir heute einmal über das Oxymoron sprechen. Der Nachfolger vom Duden, also Wikipedia, definiert das Oxymoron als rhetorische Figur, die sich widersprechende Begriffsbestandteile miteinander kombiniert. So ist zum Beispiel das Wort Hassliebe ein Oxymoron, weil Hass ja bekanntlich das Gegenteil von Liebe ist. Weitere Wörter sind Minuswachstum, Frauenfußball* und Politikerehrenwort. Natürlich können auch mehrere Wörter ein Oxymoron bilden. Alter Knabe ist so ein Oxymoron oder ehrlicher Autoverkäufer, lustiger Taliban und freundlicher Busfahrer. Es können sich sogar ganze Sätze zu einem Oxymoron zusammenschließen. Exemplarisch seien hier Müllermilch schmeckt gut, Mario Barth ist witzig, Atomkraft ist sicher genannt. Es ist sogar möglich, dass sich Menschen in Oxymorone verwandeln. Zum Beispiel in Kirchen, Sekten oder auf dem Parteitag, wo sie all das nachplappern, was ihnen von alten Männern, die vor tausend Jahren gelebt haben oder die nach wie vor in Aufsichtsräten der Ölindustrie sitzen, diktiert wird. Obwohl uns die Natur ein Gehirn geschenkt hat, mit dem wir auch alleine denken könnten. Aber so ist das mit Oxymoronen. Sie können nicht denken, sie können sich nur widersprechen.
* Dieser Vergleich ist bereits zum Chauvinistenpreis 2011 angemeldet worden!
Lieber Herr Guido Westerwelle.
Normalerweise schreibe ich nicht an Politiker, da ich es für Zeitverschwendung halte. In diesem Fall aber gilt es eine der Basics der Kommunikation klarzustellen, deren Nichtbeachtung entweder Gleichgültigkeit oder Ahnungslosigkeit zugrunde liegt; beides fatale Eigenschaften für einen Politiker Ihrer Preisklasse. Bei Ihrer Verabschiedung »entschuldigten« Sie sich für alle Fehler, die Sie begangen haben. Mal ganz abgesehen davon, dass Sie Ihren eigentlichen Job, nämlich dafür zu sorgen, dass es Ihnen und Ihrem Lebensgefährten finanziell nicht schlecht geht, ganz passabel gemeistert zu haben scheinen, es also nichts gibt, dessentwegen Sie sich schuldig fühlen müssten, erlaube ich mir, Sie auf folgendes hinzuweisen: Sie können sich gar nicht entschuldigen, jedenfalls nicht selbst! Entschuldigen kann Sie nur derjenige, dem Sie Schuld zugefügt haben, wer auch immer das in Ihrem Fall sein mag. Was Sie also machen könnten, sollte Sie das Schuldgefühl zu sehr drücken, wäre, um Entschuldigung zu bitten. Indem Sie Ihr »Opfer« darum bitten, die Schuld von Ihnen zu nehmen, die Sie auf sich luden, geben Sie ihm a) die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob er oder sie es überhaupt will und b) die Möglichkeit, sich durch die humanistischste aller menschlichen Handlungen, nämlich die Vergebung, über Sie zu stellen. Die Entschuldigung ist ein aktiver Akt des Geschädigten; ihn selbst zu vollziehen, die Gnade des Anderen also schlicht vorauszusetzen, ist im schlimmsten Fall anmaßend, mindestens aber eine jener hohlen Floskeln, mit denen Politiker gerne die Vorurteile bestätigen, die man gegen sie hegt.
In der Hoffnung, Ihnen ein klein wenig gedient zu haben verbleibe ich mit freundlichen Grüßen Ihr Stephan Sarek
Stuttgart im Jahr 2017
Etwa ein Jahr nach dem Baustopp am Stuttgarter Hauptbahnhof verließen die ersten Industriebetriebe die Stadt, da ihre Kunden sich weigerten, an einem Kopfbahnhof anzukommen. Das hatte ein merkliches Anziehen der Arbeitslosigkeit in der Region zur Folge, was wiederum die Kaufkraft schwächte, zumal immer mehr ausländische Firmen ihre geplanten Bauvorhaben in Städten mit besserer Bahnanbindung verwirklichten, zum Beispiel in Braunschweig.
In Folge der geschwächten Kaufkraft kam es in der Königstraße zur vermehrten Ansiedlung von Billig-Ketten wie Lidl, KiK und Rudis-Resterampe, in deren Umfeld sich zunehmend auch Döner-Buden niederließen. Zwei Jahre später war der 2 € Döner bereits das Grundnahrungsmittel des gemeinen Stuttgarters, der sich richtiges Essen nicht mehr leisten konnte.
Da wegen der Bundeswehrreform viele Bundeswehrstandorte aufgelöst und durch Schnäppchenmärkte ersetzt worden waren, kam es im Jahr 2016 zu einem Einfall mongolischer Reiterhorden. Binnen kurzer Zeit waren große Teile der Innenstadt verwüstet, wurde die Neue Staatsgalerie von einem bulgarischen Bordellbetreiber übernommen und brachten die Petersburger Domspatzen ihre dritte CD heraus.
"Hätten wir damals doch bloß auf Mappus gehört", riefen die Menschen.
Verzichtet!
Dass der Verzicht eine urchristliche Tugend ist, gerade zu Weihnachten, haben viele Menschen leider vergessen. Daher ist es erfreulich, wenn große Firmen Zeichen setzen. So rief die Lufthansa jüngst dazu auf, auf das Fliegen zu verzichten und statt dessen mit der Bahn zu fahren. Angesteckt von dieser hehren Tat rief daraufhin auch die Bahn dazu auf, auf sich zu verzichten. Und obwohl sie jahrelang mit gutem Beispiel vorangegangen war, indem sie darauf verzichtet hatte, Gleise und Züge zu warten, verzichten viele egoistische Zeitgenossen nicht darauf, sich selbst dann noch in die Waggons zu drücken, wenn diese bereits zum Kotzen voll sind. Wie anders ist doch da mein Freund Günther. Seit seinem dreißigsten Lebensjahr täuscht er ein Rückenleiden vor, weil er es in seiner humanistischen Gesinnung nicht mehr ertragen hat, einem Mitmenschen den Arbeitsplatz wegzunehmen. Natürlich vermag nicht jeder so viel christlichen Uneigennutz aufbringen, weshalb es gut ist, dass man auch im Kleinen Verzicht üben kann. So können wir alle zukünftig darauf verzichten, Atomstrom zu nutzen, um den Atombossen die Möglichkeit zu geben, endlich das zu tun, was sie eigentlich am liebsten machen wollen. Nämlich sich um erneuerbare Energien zu kümmern. Und wenn wir schon beim Verzichten sind, können wir auch gleich darauf verzichten, zur nächsten Wahl zu gehen. Erstens ist es völlig latte, wer uns das Geld aus der Tasche zieht und zweitens machen wir uns dann nicht mitschuldig. Daran, jemanden durch unsere Stimme der Versuchung auszusetzen, machtgeil und korrupt zu werden. Die besinnliche Weihnachtszeit ist eine gute Gelegenheit, darüber mal nachzudenken.
Lieber guter Weihnachtsmann!
Vermutlich werden auch dieses Jahr wieder viele deiner Billig-Kopien die Kinder in aller Welt heimsuchen, um ihnen das Versprechen abzunötigen, zukünftig bessere Menschen zu sein. Oder zumindest keine schlechteren zu werden. Dass du dich für diesen verlogenen Klimbim nicht mehr prostituieren willst und lieber in deiner Blockhütte in Finnland die Beine auf den Tisch legst, ist überaus verständlich. Doch wenn ich all die feisten Handelsvertreter sehe, die ihren Industriemüll an eine geistig degenerierte Kundschaft verklappen, all die widerwärtig dauergrinsenden Selbstdarsteller der Politik, deren abstossende Fettlebe durch Sozialkürzungen, Waffenhandel und Vetternwirtschaft gemästet wird, all die erbärmlich heuchelnden Moralapostel der Kirchen und Sekten, die sich auch nach Jahrhunderten der Aufklärung noch immer der Angst bedienen, um ihre Ablasshandel zu betreiben und das Volk zu unterjochen - wenn ich all diese machtgeilen Manipulatoren sehe, dann wünsche ich mir doch irgendwie schon, du kämest noch einmal zurück und würdest mit deiner Rute solange mittenmang des Pöbels prügeln, bis diesem asozialen Gesocks in aller Welt die Goldzähne aus dem Maul fliegt und es nie wieder daran denkt, seinen stinkenden Gedanken-Dung auszubrüten und das Ergebnis als sinnvoll und alternativlos zu verbrähmen. Das, mein lieber Weihnachtsmann, wäre wirklich eine - Heilige Nacht -
Die Kurzgeschichte zum Schulbeginn
Der Drittklässler nahm den Gegenstand in die Hand. Er wendete ihn, besah ihn sich von allen Seiten, versuchte hier und dort zu drücken, doch nichts geschah. »Was ist das?« , fragte er verwirrt. »Ein Buch!« , sagte sein Vater.
Epilog
Angeblich soll es bei den neuen E-Books eine Funktion geben, die es dem Anwender gestattet, das Buch sich selber lesen zu lassen. So hat man wieder mehr Zeit für die Glotze.
Klimakatastrophe
Da Klima und Wetter zwei grundverschiedene Dinge sind, bedeutet eine falsche Wetterprognose nicht, dass auch die Klimaforscher irren. Deshalb gilt folgender Satz: Sollte die Klimakatastrophe ausbleiben, sind die Berechnungen richtig - nur das Wetter spielt mal wieder nicht mit.
Liebes ZDF
Aus einem mir nicht erfindlichen Grund war heute im Fitnessstudio Ihr Fernsehkanal auf die Monitore geschaltet. Und da ich gerade auf einem Ergometer-Fahrrad saß, war ich gezwungen, „Hanna – Folge deinem Herzen“ zu sehen. Glücklicherweise ohne Ton, denn der Serie kann man auch dann noch folgen, wenn man a: sie noch nie gesehen hat und b: eben keinen Ton dazu hört. Möglicherweise ist es ohnehin angenehmer, die Dialoge Ihrer Hochglanzdarsteller – jung, schön, reich und gesund - nicht anhören zu müssen; schließlich läuft die Serie nicht umsonst im Vormittagsprogramm, wo hauptsächlich Heimbewohner, Hartz IV Empfänger und schulverweigernde Heranwachsende Zeit haben, sich vor die Glotze zu hängen. Letztere sind es wahrscheinlich auch, denen die wenig diskret transportierte Prämisse gilt, nämlich die, dass Life-Style und Alkohol unabdingbar zusammengehören. Die komplette Sendung hindurch sah man Ihre Models die Gläser wie Dauertröpfe in den Händen haltend, während im Vordergrund regelmäßig Champagnerflaschenhälse phallusartig ins Bild ragten. Was nicht schlimm wäre, würden Sie nicht für sich in Anspruch nehmen, einem Bildungsauftrag zu folgen. Die Vorstellung, dass dieser alkoholkonsum- und demenzfördernde Unterhaltungsbrei durch Fernsehgebühren finanziert wird, erschreckt zutiefst. Umso mehr, als Ihr Inkasso-Büro - die GEZ - dieses Geld demnächst auch ohne Prüfung ergaunern darf. Angesichts des scheinbaren Bestrebens sogenannter öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten, der Belanglosigkeit von Privatsendern in nichts nachzustehen, reihen Sie damit die Fernsehgebühr ein in so elustre Finanzgeschäfte wie dem Wegelagererzoll, dem Ablasshandel oder den Schutzgeldzahlungen an die Mafia, wobei letztere immerhin noch garantieren, dass einem nicht das Haus abbrennt.
Neue Erkenntnisse aus der PISA-Studie
Schimpansen sind klüger geworden! Hatten sie vor 20 Jahren noch die Intelligenz eines 2jährigen Kindes, so sind sie heute so klug wie ein 4jähriges Kind.
Neue CO²Abgabenverordnung
Da jeder Mensch durch seine Atmung klimaschädliches CO² produziert, liegt es nahe, ihn dafür regresspflichtig zu machen. Ab dem nächsten Jahr wird es daher eine Atmungssteuer geben, die sich nach Lungenvolumen und Atemfrequenz richtet. Starkatmer wie Hochleistungssportler, Marktschreier und Glasbläser können aber im Emmissionshandel Co² Rechte von Leuten erwerben, die sich im Gegenzug verpflichten, zukünftig nicht mehr so viel zu atmen. Abgeordnete sind von dieser Steuerpflicht selbstverständlich ausgenommen.
BERLINER SENAT
Der Berliner Senat ist drauf und dran, eine langandauernde Ungerechtigkeit zu beseitigen. Urlauber kennen das Problem: Sie sind irgendwo in der Pampa zur Erholung, alles ist schön, doch plötzlich brechen Sie sich ein Bein. Jetzt heißt es warten, denn nicht überall ist der Rettungsdienst so schnell zur Stelle wie in Berlin. Östlich des Urals zum Beispiel, auf einem Höhenzug der Transsilvanischen Alpen oder in einem abgelegenen Dorf der Südtürkei - an vielen Orten dieser Welt macht es schon aus Zeitgründen Sinn, nicht zu verunglücken. Doch sind die Menschen dort Menschen zweiter Klasse? Dürfen Sie geringere Überlebenschancen oder einen schlechteren Brandschutz haben, als ihre Brüder und Schwestern in städtischen Gebieten, zum Beispiel Berlin? Dass diese Frage nur eindeutig mit Nein beantwortet werden kann, hat den Berliner Senat bewogen, endlich Konsequenzen zu ziehen. Ab dem nächsten Jahr soll daher auch in Berlin für längere Eintreffzeiten der Einsatzkräfte gesorgt werden. Dazu verringert man, vorerst nur in der Nacht, Mannschaft und Fahrzeuge soweit, dass die verbleibenden Kräfte längere Anfahrtswege haben, was automatisch zu späteren Eintreffzeiten führen wird. Diese Nachtabsenkung hat zudem den Vorteil, dass nur diejenigen das Krankenhaus erreichen werden, deren klinischer Befund die Rückführung in den Arbeits-, respektive Arbeitslosenmarkt überhaupt erst möglich zu machen verspricht. (Da der Begriff `Nachtabsenkunǵ von polemischen Zeitgenossen negativ ausgelegt werden könnte, nennt man ihn übrigens `Tagesanhebunǵ. ) Sobald das Gezeter bezüglich des erhöhten Restrisikos in der Bevölkerung verhallt ist, wird im zweiten Schritt vielleicht auch eine Tagesabsenkung vorgenommen werden, die man dann wahrscheinlich Tag-Nacht-Angleichung nennt. Sind Sie Berliner oder sind Sie kein Berliner, würden aber gern mal nach Berlin reisen, dann können Sie auf jeder Feuerwache erfragen, wie Sie es anstellen, Ihre Unterschrift für ein Bürgerbegehren gegen diese `Tagesanhebunǵ zu leisten. Warum? Weil Sie es sich wert sein sollten!
P.S.: In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass zur Konsolidierung des Haushalts eine Absenkung der Anzahl politischer Mandatsträger nicht angedacht ist. Aber das haben Sie sich bestimmt auch schon gedacht.
Angela Merkel ist die erste deutsche Bundeskanzlerin der Welt. Der Umstand, dass sie das im Einstein-Jahr wurde, erklärt vielleicht, warum ausgerechnet eine Physikerin diesen lukrativen Job ergattert hat. Allerdings ist es relativ unwahrscheinlich, dass sie die Ziele erreicht, mit denen sie für sich warb. Warum das so ist, sei hier erklärt: Wenn Sie Ihre kaputten Schuhe zu einem Schuhmacher bringen, erwarten Sie, dass er sie repariert. Dass Mister Minit nicht deshalb Schuhmacher geworden ist, damit Sie intakte Schuhe haben, kommt Ihnen dabei nicht in den Sinn. Dabei ist seine eigentliche Aufgabe nur die, für sich und seine Familie zu sorgen (was übrigens nicht leicht ist als Mister Minit). Die Reparatur Ihrer Schuhe ist eher ein erfreuliches Nebenprodukt seiner Existenzsicherungsbemühungen. Dasselbe gilt für alle anderen Berufe. Der Fleischer ist nicht dazu da, Fleisch auf Ihren Tisch zu bringen (schon gar nicht gesundes Fleisch), der Feuerwehrmann nicht, um Sie aus Ihrem brennenden Haus zu tragen. Auch wenn es Sie vielleicht desillusioniert: Frau Merkel ist nicht dazu da, Ihnen einen Job zu besorgen! Oder Deutschland voranzubringen. Sie hat nur getan, was alle tun würden, hätten sie die Möglichkeit, mit nur wenigen Monaten Dienstzugehörigkeit den Rest des Lebens ausgesorgt zu haben. Das ist nicht verwerflich, das ist menschlich. Lassen Sie sich nicht täuschen von dem Glas Wasser, das bei der Krönung demonstrativ getrunken wurde - der Champagner wurde herausgeholt, als die Kameras weg waren.
FUNDAMENTALISMUS
Die mildeste Form des Fundamentalismus nennt man Kirchentag.
UNTERSCHIED
Was unterscheidet eine Katholiken von einem Taliban? Der Katholik tötet keine Andersdenkenden. Zumindest nicht mehr.
ACHSEN
Alle zivilisierten Staaten haben die Todesstrafe abgeschafft. Amerika nicht.
POLIZISTEN
Polizisten sind Menschen, die ihre natürliche Angst vor Verbrechern dadurch zu kompensieren versuchen, indem sie sich möglichst intensiv um falschparkende Autos kümmern.
SPERMA
Mit Sperma verhält es sich wie mit Beton - immer kommt es nur darauf an, was man daraus macht!
ASYLBEWERBER
Kann ein abgelehnter Asylbewerber, der über genügend Lufthansa-Meilen zum Upgraden verfügt, sich auch in der Business-Klasse abschieben lassen?
LERNE STÖHNEN OHNE ZU LEIDEN
Wenn ein Hurrikan Florida verwüstet, und die Nachrichten berichten, das es bei uns morgen zwanzig Grad werden und nicht regnen wird, dann freuen wir uns. Ohne diesen Hurrikan in Florida würden wir uns ärgern. Denn was sind bitteschön zwanzig Grad? Wir wollen es richtig warm haben. Wie in Florida. Wenn es dann richtig warm ist - stöhnen wir unter der Hitze. Eine Idealtemperatur gibt es nicht. Weil es keine geben darf. Aus dem selben Grund gibt es auch keine schöne Arbeit. Alles, was von außen auf uns zuströmt, definiert sich lediglich durch seinen Stöhnfaktor. Und das, was wir uns selber zufügen, wenden wir solange, bis es für uns so aussieht, als käme es von außen.
Wenn es brüllend heiß ist, vermuten wir dahinter die Umweltverschmutzung in Rußland. Ist es zu kalt, liegt es nicht daran, daß wir zuwenig anhaben, sondern garantiert an der verstärkten Zuwanderung von Eskimos. Wir stehen im Stau, weil die Gehirnamputierten vor uns nicht richtig fahren können, und hätte sich die Alte nicht so zickig, liefe es auch in der Ehe besser. Das Leid ist allgegenwärtig. Die irrationale Fröhlichkeit der Kinder quittieren wir mit einem wehmütigen Lächeln. "Ach ja, die Kleinen, die haben noch keine Sorgen." Was uns über diese bittere Wahrheit rettet, ist die Häme darüber, daß auch dem unbekümmertesten Kind einmal der Ernst des Lebens ereilen wird. Und schon ist Schluß mit lustig. Auf die Frage: "Wie geht's?" erhalten wir das obligatorische "es muß, es muß" zurück, gefolgt vom unvermeidlichen "wenn es schöner wäre, wäre es gar nicht auszuhalten." In diesem Schenkelklopfer steckt Wahrheit. Schöner hielten wir tatsächlich nicht aus. Den Rest unseres Lebens `erholend' an einem Sandstrand in der Sonne zu liegen, ist nicht nur der Inbegriff von Luxus, sondern auch von Langeweile. Wir würden losziehen, um uns irgendwo ärgern zu können. Jedes Buch, jeder Film, jede künstlerische Inszenierung alltäglichen Lebens kommt nicht ohne Konflikte aus. Keine Soap, die nicht von Bösewichtern, Katastrophen, Intrigen und den falschen Entscheidungen ihrer Protagonisten lebt. Ohne Probleme ist das Leben so langweilig, wie es einem Rettungshundeführer ist, stürzt nicht irgendwo auf der Welt ein Haus ein.
DIE BERLINER VOLKSBÜHNE
Als die Menschen sich immer weiter vermehrten, wurde auch die Zahl derer größer, die irgendeine Macke mit sich herumtrugen. Da begann man einen Ort zu suchen, wo diese Menschen versorgt und gepflegt werden konnten. So entstanden die Städte. Alsbald aber sagten die Menschen, hey, wir wollen nicht nur versorgt und verpflegt werden, wir wollen auch unterhalten sein. So entstand die Berliner Volksbühne.
Das belastbare Szenepublikum, das allabendlich in den Theatersaal am Rosa-Luxemburg-Platz strömt, ist sich seiner elitären Minderheitenstellung durchaus bewußt. Intellektuell genug, um es gefahrlos von der Bühne herab beschimpfen zu können, die obligate Becks-Pulle wie einen Dauertropf zwischen den Lippen, fügt es sich selbst in die obskurste Inszenierung klaglos ein. Auf der Flucht vor der angeblichen Ödnis des Normalen, folgt es den oft wirren Handlungen der Akteure mit dem Stoizimus eines Wachturm-Verkäufers. Und versteht. Der Text war in Lettisch-rückwärts? Egal, die Aussage war jedenfalls klar und deutlich. Allein schon vom Kontext her. Um was genau es ging, kann wegen der Komplexität dieser Aussage allerdings nicht gesagt werden. Jedenfalls nicht in einfachen Worten. Und so stellt man sich anderntags beim Lesen der Kritik die Frage, in welchem Zusammenhang die erste Zeile zur zweiten steht. Kein Feuilletonist will zurückstecken, geht es um kakophonische Dichtkunst. Dabei ist alles so einfach: Die Volksbühne inszeniert nach dem homöopathischen Prinzip. Gleiches wird mit Gleichem bekämpft. Der Schlechtigkeit der Welt wird die der Bühne gegenübergestellt, was die Dramaturgie meist überflüssig macht. Anstelle des roten Fadens setzt man auf frühzeitliche Verhaltensweisen jenseits des Mäozen. Der Urschrei als vorherrschendes Kommunikationsmittel wird sinnentleert ergänzt durch orale Ejakulationen, angedeutete Kopulation und real vollzogene Zerstörung – mithin die gesamte Breite menschlichen Verhaltens im Zustand zerebraler Insuffizienz. Mittendrin der Zuschauer als Teil des Ganzen. Was logisch erscheinen läßt, warum er nicht mehr wie früher im Zuschauerraum sitzt, sondern immer öfter auf die Bühne geholt wird. Hatte der Eiserne Vorhang ursprünglich eine rettende Funktion, so hängt er heute als tonnenschweres Alteisen nutzlos über den Köpfen einer masochistisch veranlagten Theatergemeinde, deren Einkommensstruktur von BAT 2 bis Harz 4 reicht. Ihn im Brandfalle herabzulassen, hieße, den Flüchtenden den Weg zu versperren. Wenngleich zu vermuten ist, daß eine sich anbahnende Katastrophe als besonderer Einfall des Regisseurs angesehen werden würde, bei dem die Zuschauer begeistert klatschend den Tod fänden.
Wem Theater zu anspruchsvoll ist, wer aber trotzdem nicht auf die Volksbühne verzichten will, der geht zur Rocknacht. Rocknacht meint die Kompression menschlicher Zellstruktur mittels Schallwellen. Zu diesem Zweck werden vier sattelschleppergroße Baßbooster aufgebaut, in deren Epizentrum bekiffte Youngsters sich ins Paralleluniversum blasen lassen. Dazu importiert man aus allen Teilen der Welt Geräuschemacher, denen alles erlaubt ist, nur nichts, was irgendwie an Musik erinnern könnte. Bei einer solchen Veranstaltung das gesetzlich vorgeschriebene Rauchverbot durchsetzen zu wollen, setzt massive Demenz voraus.
All das wäre nicht so schlimm, würde wirklich niemand gezwungen werden, in die Volksbühne zu gehen. Doch es gibt eine Minderheit, die bei aller Freiheit gern vergessen wird: Die Feuerwehrmänner. Wie es die Versammlungsstätten-verordnung seit grauer Vorzeit vorschreibt, müssen sie jeder Aufführung beiwohnen und fühlen sich dabei wie Sandkuchen, der in einen Behälter mit Antimaterie geworfen wird. Als Leibeigne des Staates sind sie bar jeder Rechte; nicht einmal die Genfer Konvention zur Behandlung von Kriegsgefangenen greift in ihrem Fall. Hinter einen Vorhang gezwängt, einen kleinen Sehschlitz als einzige Verbindung zum Bühnengeschehen, müssen sie ununterbrochen abwägen, ob das zu ihnen dringende Gebrüll Kunst ist oder einen Notfall darstellt. Ständig im Graufeld unterlassener Hilfeleistung operierend, sind sie dann in Gedanken bei ihren Kameraden daheim auf der Wache, die sich zur selben Zeit mit hochgelegten Füßen durch die Kanäle zappen. Ihnen, der letzten Bastion inmitten des Chaos, ist es per Verdikt sogar untersagt, Drogen zu sich zu nehmen, um diese Prüfung einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Das ist unmenschlich und die Forderung kann daher nur lauten: HOLT UNSERE JUNGS DA RAUS!!