Pressestimmen


Was versteht Horst schon von Lyrik

Unter diesem Titel erschien ein Band mit Kurzgeschichten von Stephan Sarek. Bei der titelgebenden Geschichte handelt es sich um den Lyrikwettbewerb eines unbedeutenden Ortes, für den sich eigentlich außer den Teilnehmern kein Mensch interessiert.

Satirisch wird von den Mühen berichtet, ein bedeutendes Gedicht für diesen Wettbewerb zu schaffen und von der Nervosität, dieses zu präsentieren. Sehr überzeugend wird das Entsetzen und die Verzweiflung geschildert, als der auf Ruhm hoffende Autor bemerkt, dass ihm an Stelle seines literarischen Meisterwerkes ein Einkaufszettel vorliegt, dessen Interpretation dann doch noch prämiert wird, weil niemand zugeben will, dass er von der vermeintlich modernen Lyrik nichts versteht.

Die Erzählungen dieses Buches sind alle in der für Sarek typisch witzigen Art geschrieben. Im Mittelpunkt steht immer der menschliche Charakter mit seinen Schwächen, mal heiter – ironisch, mal bissig - sarkastisch betrachtet. Stephan Sarek scheut sich vor keinem Thema. Stures Verwaltungsdenken nimmt er genauso aufs Korn wie die falsche Wichtigkeit hoch bejubelter Philosophen. Ebenso geht er auf die Folgen von Korruption ein, mal nutzen Eltern die übersinnlichen Kräfte ihres Babys aus, mal werden Menschen zu Schweinen. Aber auch die Macht der Liebe greift er auf, egal ob sie zwei Geldscheine oder Hund und Katze verbindet. Es ist bemerkenswert, wie zartfühlend dieser scharfzüngige Autor Gefühle beschreiben kann.

Seine Geschichten beginnen immer sehr realitätsbezogen und treiben dann langsam, fast unbemerkt ins Absurde ab. Gelegentlich erinnert der Stil an Ephraim Kishon. Seine Erzählungen werden nicht unbedingt von dem Witz getragen, bei dem man sich laut lachend auf die Schenkel klopft. Es ist ein spöttischer Humor, der über Allem steht.

Christine Bitterwolf
Stadtteilzeitung Berlin-Schöneberg
"Ich war ein ernster Mensch. Da gab man mir dieses Buch. Tausende andere nicht. Hat mich dann doch interessiert. Da ich die vielen anderen nicht hatte, las ich das. Kurzgeschichten und Erzählungen. Eine unvollständige Sammlung diverser Lebenshöhepunkte. Zwischen den Lücken liegen die Tücken. Das Leben ist hart und das Schicksal fast noch mehr. Auch der allergrößte Lebensentwurf muss sich in der einzelnen Episode beweisen. Da kann schon mal was schief gehen oder eben richtig, was auch fatal sein kann. Das Unvermutete hat einen sehr bestimmenden Einfluss auf unser Leben.
„Was versteht Horst schon von Lyrik“ von Stephan Sarek. Als ich die Titelgeschichte gelesen hatte, wusste ich, anderen geht es auch nur wie mir.
Man sollte das Buch nicht daheim lesen. Kann man zwar, muss man aber nicht. Auf den teilnehmenden Schutz der Öffentlichkeit sollte man nicht verzichten. Am besten liest man laut. Wenn man Zeit hat! Denn man gewinnt eine große Schar von Zuhörern und jede Menge Freibier. Am Ende hat man alle Geschichten vorgelesen, eine betörend heisere Stimme und anderntags einen schmerzenden Bauch. Die Empörung der frisch gestählten Lachmuskulatur.
Werde das Bändchen meiner Krankenkasse zu Therapiezwecken empfehlen. Zum Beispiel für Todeskandidaten. Lesen die das Buch, verpassen die glatt ihren Termin.
Natürlich ist das Buch überall im Buchhandel zu haben, doch bei diesem Geheimtipp sollte man dort vielleicht einen guten Bekannten haben. Sie können sich auch an den Verlag wenden, die sind da nicht so elitär.
Ja, ich war auch mal ein ernster Mensch."

("Was versteht Horst schon von Lyrik")
fw, The Intelligence - Das Informationsportal (02.07.2010)



"Nur der Titel verwirrt. Und auch das Cover-Bild. Sie verheißen anstrengende Lektüre. Auch wenn der Titel witzig klingt. Es geht zwar zwei Mal um Horst und der Horst im Titel hat nichts mit dem Horst Ziolkowsky zu tun, der im Klappentext Erwähnung findet. Der eine versteht wirklich nichts von Lyrik. Dem anderen aber wurde eine Ampelanlage in die Wohnung gebaut. Das sind jene kleinen, witzigen Geschichten, wie man sie von Ludwig Thoma etwa kennt. Der normale wahnsinnige Alltag gibt sie her. Jedes Volk ist von den Narreteien seiner biedersten Mitglieder geplagt. In Deutschland gehören auf jeden Fall übereifrige Verwaltungen und diverse Dichtervereine dazu. Durchgeknallte Ministerpräsidenten, die die Hatz auf einen Braunbären eröffnen, genauso wie all die smarten Einsparfüchse, die auch unbedingt ins Gesundheitswesen die freie Marktwirtschaft einführen wollen - mit verheerenden Folgen. Manche Geschichte schrammt dann logischerweise dicht an einer saftigen Gesellschaftskritik vorbei. Das Lachen bleibt im Halse stecken. Aber es ist wohl so. Wenn der freie Wettbewerb auch noch den Herzinfarkt zur Handelsware macht, zeigt sich erst, wie korrupt der Mensch sein kann, wenn er darf.

Man sieht vielen der hier versammelten Geschichten an, dass sie zuvor schon eine Veröffentlichung in einem Tagesmedium erlebt haben. Das ist nicht schlecht. Das ist eine Tugend. So sind sie erprobt und brauchen sich nicht mehr beweisen. Und man merkt, dass Sarek das kurze Geschäft beherrscht, dass die Pointen passen und keine vakuumverpackte Luft in den Texten ist wie heutzutage in vielen Produkten der Knabber-Industrie. Man kann also aufs Knabbern verzichten. Das liest sich weg im Bus, in der Bahn, vielleicht sogar beim Warten auf die Geliebte. Kluge Männer haben immer ein kurzweiliges Buch dabei, wenn sie sich verabreden. Die schönsten Frauen kommen immer am pünktlichsten. Ein, zwei Sarek-Geschichten schafft man da schon.

Bis auf die anderen, die er hier hereingemogelt hat. Denn Sarek ist auch ein Träumer. Mit 53 Jahren darf man das wieder sein. Da muss man niemandem mehr beweisen, wie abgebrüht ein Knopf im Ohr ist. Da darf man sich verwandeln. Auch wieder in einen Liebhaber. Und es gibt ein paar sehr innige Liebesgeschichten in diesem Buch. "Himbeermund" heißt die eine und handelt - auf Schweizer Umwegen - von der ersten und unüberbietbaren Liebe. Sie geht - wie kann es anders sein - wehmütig aus. Und in "Penelope" geht es um Hund und Katz. Nicht symbolisch, sondern in Italien irgendwo, wo das Wetter eine herrliche Kulisse abgibt für das kurze lange Leben eines Beagles und seiner Bekanntschaft mit einer klugen Katze. Das kann man nicht nacherzählen. Das muss man lesen. Es ist zu schön. So wie die märchenhafte Liebe in "Seemannsgarn". Da klabauterts ein bisschen und ist doch romantisch bis in die Knochen.

Und das ist wohl so, weil ein satirisches Gemüt wie Sarek auch ein unerziehbarer Romantiker ist. Vielleicht bedingt sich das ja und geht in den deutschen Wäldern nur deshalb so oft schief, weil die Romantiker glauben, ernst genommen werden zu müssen. Das müssen sie nicht. Sie sollten allesamt mehr Heine lesen und weniger Schopenhauer. Aber wem sagt man das? - Schopenhauer sieht so schön aus im Regal. Und Heine muss man immer verstecken, wenn einer mit einer Fahne dahermarschiert kommt.

Man bekommt also ein buntes Vademecum in die Hand mit Sareks 24 Geschichten, darf mit dem Autor bei der Besteigung des Hirschberges scheitern und nach fliegenden Pinguinen Ausschau halten. Wer Phantasie besitzt, dem ist eine Menge möglich. Auch das fröhliche Spielen mit den ernsthaftesten Betätigungen all der ordentlich sortierten Aufgabenwahrnehmer. Hier schreibt einer, dar keine Lust darauf hat, die geschwätzige Ziellosigkeit der Gegenwart als literarischen Stoff zu verarbeiten. So billig macht er's nicht.

Das Pferd auf dem Cover kommt auch drin vor, fährt am Ende sogar U-Bahn. Aber wie gesagt: Der Titel spaßt mit dem Leser. Es geht nicht um Lyrik und andere schwere Dinge. Es geht nur um die normal schweren Dinge, die jedem Mitteleuropäer passieren können und die erst im Nachhinein zeigen, welchen Spaß man da erlebt hat. Und Sarek ist einer, der hält es mit dem klugen Spruch: Nimm dich selbst nicht so wichtig, dann lebt es sich schöner.
Und dem Leser verschafft es ein Lesevergnügen. Gäb's noch ein Regal mit Kurzweil in den Buchhandlungen, da gehörte es hinein. Zwischen Woody Allen, Karel Capek und Hermann Harry Schmitz."

("Was versteht Horst schon von Lyrik")
Ralf Julke, Leipziger Internetzeitung (12.06.2010)


"Stephan Sarek amüsiert hier auf selten gehörte Weise
mit seinem mürrischen Ich."


("Wie man Freunde gewinnt" in "Geschichten über die Freundschaft", Hörbuchanthologie)
Berliner Zeitung (14-07-2006)


"... erfreulich ist Stephan Sareks sprachlich brillanter Exkurs ins Paradies ..."
("Es war nicht der Apfel" in "Rakes Anleitung zum Orgasmus")

www.literaturtipp.com / 2006



Selmas Schweigen

Die Titelgeschichte, eine moderne Fabel, gibt dem Band die Richtung: Das Schaf Selma wagt sich durch ein Loch im Zaum aus ihrer Welt hinaus, trippelt staunend über eine Berg hinweg, gelangt zu einem Schlachthof, eilt in Todesfurcht zurück und schweigt sich gegenüber ihren Artgenossen aus – die Hölle habe sie gesehen, nichts als Feuersbrunst, es sei besser auf der Weide zu bleiben; die Ruhe im Paradies mag Selma nicht stören.

Das, worüber auch in den anderen Geschichten dieses höchst unterhaltsamen Bandes geschwiegen wird, ist ein bisschen eben dies: die eigene Blödheit, die man zu gerne ausblendet. Sareks Ideenreichtum erfindet Gestalten, die von jener bemitleidenswerten Komik sind, die alles um sich herum in den Strudel der Absurdität zieht. Zwei Ostberliner, die seit dreizehn Jahren ihren wöchentlichen Herrenabend bei McDonald’s verbringen und dann das unglaubliche Wagnis eingehen, im Restaurant bei Karstadt einzukehren. Ein alleinstehender Volltrottel, der sich mit seinem Hund namens Finanzministerium zu einem Blind-date begibt und statt in die Arme einer schönen Frau in die Fänge der Rosenmaffia gerät. Ein vermeintlicher Zwischenfall an der ehemals innerdeutschen Grenze, der Spione, BND und CIA auf den Plan ruft und wie nebenbei zum Zusammenbruch der DDR führt. Ein alter 68er, der aus Angst um sein Erbe zum Adolf Hitler wird, um seinen geistig umnachteten Vater von der Idee abzubringen, sein gesamtes Vermögen dem deutschen Volk zu vermachen.

Stellenweise hart am Klamauk, überwiegend aber bitterböse und treffsichere Satire!

Volker Maria Neumann


"Stephan Sarek, der Meister der wunderbar formulierten literarischen Groteske mit Sinn für die Tücke des Objektes und die - meist ungewollte - Heimtücke des Subjekts ..."

Ulrich Zander, Tip-Magazin (17/05)


"Die Attitüde des Autors gegenüber seinen Figuren ist weder von Mitgefühl noch von einer flegelhaften Tendenz zur Karikatur und Spott geprägt ... seelenruhig und sogar mit viel Charme tropft er sein heilendes Gift über die Worte und zwischen sie ... man könnte bei Sarek von einer "Kritik der reinen Unvernunft" sprechen, um Kant zu paraphasieren."

Franziska Marienfeld / Sinzig im Blickpunkt (Mai 2005)


"Stephan Sarek macht Spaß, reizt die Lachmuskeln und heizt den Buchverkauf an."

Rhein-Zeitung (30-05-05)


"Stephan Sarek verleiht nicht nur einem Schwein Flügel, sondern auch der Fantasie des Lesers. "Können Pinguine fliegen?" Warum nicht. Verliebte Bären können es doch auch."

Frankfurter Rundschau


"Der Mumiengarten" ... Fast schon ein Kunstwerk."

"Stephan Sarek, der Berliner Meister des skurrilen Humors."

"Wundertütenfüller."

tip, Berlin Magazin


"Die Geschichten, die ein wenig ins Surreale abdriften, in Bereiche, bei denen die harten Konturen der Realität zu verschwinden drohen, sind Sareks Metier. Das Ganze ist originell und spannend und wunderbar ironisch-witzig, mit leichter Hand geschrieben."

Lüneburger Landeszeitung


"African Tango - Ein Hauptstadt-Roman, der die Winterdepression garantiert vertreibt."

Journal für die Frau


"Mit viel Sinn für das Unsinnige lässt der Berliner Autor seiner Fantasie beim Fabulieren die Zügel schießen."

Kieler Nachrichten


"Wer die Bücher möglicherweise in der Öffentlichkeit konsumiert läuft Gefahr, seltsame Blicke auf sich zu ziehen, denn spontanes, lautes Auflachen ist nicht selten."

Neue Westfälische


"Mit seinem Einfallsreichtum und der rasanten Erzählweise ist Stephan Sarek so etwas wie ein deutscher John Irving ..."

Kölner Illustrierte


"Stephan Sareks Roman "Das Hanfkraftwerk" ist ein aberwitziges Feuerwerk an Skurilem, Phantastischem, Liebenswürdigem, das zum Lesen einlädt."

Oberhessische Presse


"Sarek, ein Name, den sich Freunde frischer Literatur merken sollten!"

Bodo